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Mittwoch, 21. Mai 2014

Das Wetter RüRKa #07

Geplant war dieser Post schon lange. Denn das Wetter ist hier so eine Sache für sich, ist mir ziemlich schnell klar geworden. So war hier, als ich angekommen bin, tiefster Winter. Ja, in Brasilien! Es gab sogar Schnee einen Tag!


Dieses Bild war sogar im Fernsehen... ja, Gaúchos (Leute aus Rio Grande do Sul) sind was Besonders XD
Das absolute Highlight für mich war eine Nacht, in der ich mich mit sechs Decken zudecken musste. Es gibt nämlich keine Daunendecken. Weder Heizungen. Und Klimaanlage im Sommer ist vollkommen überbewertet. Denn nach dem Winter gab es einen starken Sommer. 40°C im Schatten ist auch mal was Gutes, ne?
Oder so: Man geht aus dem Haus, alles ist dunkel, wolkenverhangen, regnerisch und meh und meio dia (mittags) sind wir bei über 25°C. Verrückt!
Das einzige, was ich abschießend nur nochmal mit vollkommener Sicherheit über das Wetter hier behaupten kann, ist, dass es unbrechenbar ist.
~~~
Das war ja mal echt ein sehr beeindruckender, tiefsinniger und vollkommen daseinsberechtigter Post! Ich übertreff mich immerwieder selbst! Falls ihr das noch lesen könnt, weil ihr nicht zu sehr den Kopf schüttelt, liebe Grüße ~ Alina

Mittwoch, 19. Februar 2014

Maceió - am Strand

Bustür auf,
Kinderchen rein,
Bustür zu,
(Fahrstuhlmusik vorstellen)
fahren,
rausgucken,
fahren,
Film gucken,
fahren,
Pipipause machen,
fahren,
schlafen,
fahren,
anderen beim Schlafen zugucken,
fahren,
Hoffnung aufs Ankommen verlieren,
fahren,
nochmal Pause machen,
fahren,
nochmal schlafen,
fahren,
Kunststück: gleichzeitig Film gucken und Fußgymnastik machen,
noch ein bisschen fahren,
ankommen!!!
(diese Angaben sind ohne Gewähr)
Damit kann man gerne schonmal einen Tag totschlagen. Oder eben jedes Mal, wenn man in eine neue Stadt fährt. Irgenwann gewöhnt man sich dann - nein, tut man nicht. Aber man bekommt ein anderes Gefühl für Entfernungen. Bis zu vier Stunden ungefähr, würde ich sagen, ist keine Strecke mehr. Über zwei Stunden Busfahrt in den Nachbarort denke ich auch nicht mehr wirklich nach.


Die Landschaft war eigentlich ziemlich vielfältig, ich meine, in einem Land dieser Größe und wenn man solche Strecken zurücklegt, sollte man schon ein bisschen was sehen.  So also ein Beispiel.


Das war am Strand in Maceió, óbvio. Wenn ich mich recht erinnere, war das der größte Kontakt mit Wasser an diesem Strand meinerseits. Man sieht es da hinten - wiedermal hinten im Bild, wieso nehme ich überhaupt den Vordergrund auf? - gaaanz viele Palmen. Regelrecht ein Palmenwald! Ich war entzückt.


Nochmal derselbe Strand, nur die andere Seite. Vielleicht mag man sich denken, da stehen ja viele Stühle und so rum. Meh. Aber der Strand war noch ziemlich leer!
Und auch dieser Post war ziemlich leer (Master of Überleitung lässt grüßen). Aber nichtsdestotrotz, sandige Grüße, Alina

Lençóis, Stadt der Bettlaken

ääh...
da ist doch...
nein, bin ich aber ein Spaßvogel!
Lençóis (voll intelligent, ich habe einfach den Namen kopiert, dann funktioniert das auch mit den C-Schlangen) ist das portugiesische Wort für Bettlaken und eben der Name der Stadt. Warum denn dieses? Ich muss leider zugeben, ich weiß es nicht. Unglücklicherweise. Fällt mir auch jetzt erst auf. Gut, es wunderte mich schon. Ein bisschen. Vielleicht sollte man sie eher als Stadt, umgeben von Wasser, in einem Stück Land, das sich Chapada Diamantina (Diamant - ich mache grade meinen Übersetzer auf, um ganz sicher zu gehen, und lese da "Chapada = Ohrfeige"... o.O ...was? Also wie auch immer, das sollte eigentlich Scheibe oder Fläche oder etwas Ähnliches heißen...) nennt, bezeichnen? Wer weiß. Jedenfalls ist das das Äußere, vielmehr dazu gibts nicht. Ich meine, die Chapada Diamantina ist meines Wissens nach relativ unverbrauchtes Gebiet. Im Inneren hat mich  Lençóis sehr an eine dieser südlicheren Städte erinnert, alles schöne kleine bunte Häuser dicht gedrängt, ein ziemlicher Kontrast zu Brasília.


Dies ist ja jetzt eine ziemlich abseitige Gasse. Hier sieht man noch sehr stark die Natur. Das ist im Zentrum natürlich ein bisschen anders. Man kann sich aber auch so hervorragend vorstellen, wie abends alle vor ihren Häusern sitzen und plaudern, während es noch warm ist; kleine Läden mit "Artesanatos" (Handgemachtem) noch lange geöffnet haben; Leute, die auf den Straßen Musik machen...


Hier haben wir einen Haufen sehr schöne Aktivitäten unternommen, wandern und anschließend natürliche Steinwasserrutsche rutschen,


wandern und anschließend im natürlichen Planschbecken planschen,


wandern (diesmal den Berg hoch), dabei auf einen kleinen Stand mit Jacas (na, wer erinnert sich?) stoßen,



anschließend auf der Bergspitze ankommen,


Fahnen durch die Gegend wehen. Unglaubliche Abwechslung! Nein, es war wirklich wunderschön. Erkennt man vielleicht im Hintergrund, dazu muss man nichtmal (NASENKLAMMERN!!) so ein begabter Fotograf wie ich sein.


Die Foto ist auf dem Weg zur Gruta da Lapa Doce entstanden. Die Atmosphäre der Landschft war einfach einzigartig. Und ich mag rote Erde.


Das hier auch. Sorry, die Bearbeitung konnte ich mir einfach nicht verkneifen ;)


Leider ein wenig verwackelt der Eingang zu der Höhle. Ohne Licht war es innendrinne wirklich finster wie nichts Gutes. Und das mag meine Kamera (haha, "Kamera") nicht wirklich. Sie verfällt dann immer in Streik. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass es reiner Trotz ist.)


Noch ein letzter sehnsüchtiger Blick nach draußen... Hier kann man besser erkennen, dass es sich um eine Tropfsteinhöhle handelt. Ich glaube, das war eine der besten, wenn nicht sogar die beste, die ich bis jetzt gesehen habe.
Nach diesen ganzen tollen Aktivitäten mussten wie auch schonwieder die Sachen packen, auf nach Maceió!
Schön, schön, das wars auch schon! Schreibt mir doch einen Kommentar oder macht irgendetwas anderes Nettes. Bis bald wieder, Alina

Sonntag, 16. Februar 2014

Brasília, die Stadt, die auf dem Reißbrett entstand

Vielleicht besser "Hautpstadt Brasiliens", aber wen interessiert schon dieses unbedeutende Detail; es ist NATÜRLICH wichtiger, dass diese Stadt auf dem Reißbrett entstand. Und das bringt mich auch schon zur nächsten Wichtigkeit: Die eigentliche Grundform Brasílias ist ein Kreuz, als Symbol der Landmarkierung (auf einer Landkarte). Da aufgrund landschaftlicher Gegebenheiten eine Achse gebogen werden musste und die Unterlagen des Architekten den Namen "Plano Piloto" (Pilotplan) trugen, vermuten viele Leute, es handele sich um ein Flugzeug.

von der Zentralbibliothek Zürich
Wiedermal was dazugelernt! Ich hab es mir einfach nicht nehmen lassen können, denn als ich es auf der Stadtführung gehört habe, fand ich, dass die Welt das wissen muss! Äh, fast.
Dann erzähle ich mal jetzt ein bisschen von meinen Eindrücken. Wie schon ganz nebenbei erwähnt, ist Brasília komplett geplant. Das bedeutet, man hat sich genau Gedanken über die Organisation gemacht, zumindest die, die der Ottonormalturi mitbekommt: vor allem fällt die unglaubliche Weitläufigkeit auf (Warum sollte eine Stadt, die ein Land, das sich "Ordem e Progresso" (Ordnung und Fortschritt) buchstäblich auf die Fahnen schreibt, repräsentiert, auch eng und minimalistisch geplant und gebaut werden?). Alles in großen Dimensionen, alles durchdacht, man merkt förmlich den Versuch dahinter, aus Brasília eine, nicht direkt pompöse, aber beeindruckende Weltstadt zu machen. Leider hat es auf mich, es tut mir sehr leid, ein so hartes Wort zu benutzen, ein wenig seelenlos gewirkt. Es gab fast keine Menschen und es hat irgendwie alles sehr nach Fassade ausgesehen. Das möchte ich gerne nochmal ein wenig relativieren; wir waren in fast keinem der folgenden Gebäude drinnen und wir haben auch nur diesen Haupt"vorzeige"teil und den Hotelsektor gesehen. Also keine Bereiche, in denen Menschen normalerweise leben.
Das war ja jetzt alles so ernsthaft! Mögen die Fotos in Erscheinung treten!


Dies ist das Estádio Nacional de Brasília Mané Garrincha, wenn ich mich nicht irre. Dort werden auch Spiele der WM 2014 ausgetragen.


Dummerweise ist das alles ja schon ein wenig her... ich kann mich nicht mehr so genau erinnern, was der Herr mit em netten Winkearm auf dem Bild gemacht hat.


Hier sehen Sie die Kathedrale Brasílias. Ich würde sie mal gewagt als modern bezeichnen. Kirchen und dergleichen sind in Brasilien sowieso sone Sache für sich: Manchmal sieht es so aus, als hätte man sich gedacht, Mensch, hier mangelt es an Kirchen, kein Platz mehr, wat machwan da? Nicht verzagen, schreibt man einfach auf das nächste größere Gebäude ein "Jesus ist der Herr" oder "Gott ist groß und gütig" oder man denkt sich einen anderen schnieken Namen, möglichst mit vielen "von-und-zu"s aus, schwuppdiwupp, fertig ist die Kirche. Toll. Und wenn man ganz sicher sein will, dass auch jeder verstanden hat, dass man sehr religiös ist, schreibt man auf sein Auto oder was man grad sonst zur Hand hat, "Gott ist treu" oder "Gott ist +" (also auf portugiesisch "mais" - mehr) mit Schmetterlingsbild (mein Gott ist mehr Schmetterling als deiner?). So einfach geht das. (Dieser Text sollte keine Personen beleidigen, sondern diente lediglich Unterhaltungszwecken.)


Der nationale Kongress, komplettiert mit der größten Nachtischschüssel der Welt (oder ist es ein Spatzenbad?; korregiert mich, wenn ich falsch liege). Erinert auch ein wenig an das World Trade Center, finde ich.


Das sind, oder sollten zumindest sein, 49 Austauschschüler aus Reisen vor:


Os Candangos, den Lanzenhaltermännchen. Würde mich nicht wundern, wenn die in enger Verwandtschaft mit den Käsemännschen stünden (kleiner Insider ;) es handelt sich hierbei um den Molecule Man in Berlin).


Ich bin mir nicht mehr ganz sicher (ach, wie peinlich) aber ich glaube, hier wohnt die liebe Dilma (Dschjiuma).


Noch mal ein bisschen näher. Mit den Flaggen des Mercosuls und Brasiliens und weis-ich-nicht-mehr. Ich hoffe, ich war auch schön höflich und hab gewunken. Dilma gewunken.


Ja, der ist echt! Wir haben sogar beim Wechsel des Postens dabeisein können.


Der Tempel des Friedens, offen für alle Religionen. Wer den mal besuchen will: lange Hosen nicht vergessen!


Im Inneren kann man einen Spirallauf bestreiten, hinführend auf dem schwarzen, rück- auf dem weißen Weg. In der Mitte findet sich ein Kristall, der einen reinigt. Von der Energie her oder so. Die Leute, an die ich dabeibesonders denken musste, werden sich jetzt bestimmt angesprochen fühlen ;)


Hier oben, in Glas gehalten, im Dach sitzt der Kristall.


Und wir sind auch schon am Ende angekommen. Das Bild entstand am letzten Morgen in Brasília, auf der Terasse, auf der wir gefrühstückt haben. Na, kommt Neid auf :P
Falls ihr noch mehr wissen oder die Quelle einiger meiner Informationen haben wollt, schaut euch die Wikipediaseite Brasílias an. Noch besser ist sie auf Portugiesisch, also zumindest gibt es mehr Bilder.

Mittlerweile habe ich ja viel Zeit verstreichen lassen nach meiner großen Ankündigung. Aber besser ein Anfang so, als nie. Ich wünsche einen hervorragenden Start in die Woche, ich habe ja noch Ferien, Alina

Mittwoch, 8. Januar 2014

Fröhöliche Weihnacht überall

ja-ha, e-hes ist sehr wa-harm hier! -- Schall!!
Master of Reim-dich-oder-ich-fress-dich:)
Ich wünsche euch allen eine superspäte frohe Weihnacht (gut, ein wenig lachhaft) und ein tolles, gesundes, neues Jahr! Möge es noch schöner werden als das letzte.
Ich für meinen Teil hab die Feiertage schön mit meiner Gastfamilie am Strand verbracht. Und ein wenig den Schnee vermisst. Das muss klein, das kann man ja niemandem erzählen... Nein, wir hatten wirklich großartiges Wetter und ich durfte viele schöne Sachen erleben, hab auch ein paar Fotos, juhu.
Die Geschichten dazu werden jetzt eher Kurzabrisse sein, weil wegen is halt so. Und ich fange deutlich vor Weihnachten an, noch zu Hause (in Caxias).


Kekse bis zum Horizont:) die habe ich noch zu Hause gebacken...



und diese hier am Strand.  *Biscoitos*


Unglaubliche Landschaft bei der Hinfahrt, ne? Hier ist noch Serra (Bergelandschaft), dort wo wir wohnen. Auf dem Weg zum Strand geht es dann runter bis ins platte Land, haha.



Am Strand! Man wird sehen, dass der Strand hier  der Ostsee ziemlich ähnlich ist, meiner Meinung nach zumindest. Das Wasser ist nicht übertrieben warm, aber auch nicht eiskalt und der Sand ist quasi gleich.





Wer siehts?


Mit langer Hose am Strand. Das bring nur ich.


Es war nicht immer so leer. Am Tag war deutlich mehr los; es war aber nie überfüllt. Witzigerweise setzen sich Brasilianer hier an den Strand. Dafür nehmen sie ihre Stühle und Schirme auf Wägelchen mit.


So isst man professionell melancia. Was man nicht gut sieht, aber ein wichtiger Faktor ist und ich gerne erkläre, ist, dass das gesamte Gesicht rot-orange sein muss.


Noch eine neue Frucht! Der Name ist Jaca (das "J" wird wie ein stimmvolles "sch" gesprochen).


Hier mal im Verhältnis den Teil, den man isst und den Kern, den man zuerst aus dem Teil, den man isst, extrahieren muss. Es schmeckt irgendwie richtig geil und ceepy zur gleichen Zeit...


Weihnachten! Das war das Hauptessen, Chester, ein Riesenhühnchen mit Füllung und Früchten und Bacon und Eiernestern (die gelben Fäden). Sehr lecker!


Die folgenden Bilder schaue man sich am besten in groß an. Achtung Eigenlob: Ich finde sie ziemlich gelungen... teilweise ein bisschen kitschig, aber ok














Das Leben ist schön.


Und dann kam Sylvestern! Der gesamten Kompanie aus Deutschland hab ich schonmal um neun Uhr Ortszeit ein frohes Neues gewünscht, drei Stunden später dann meiner Gastfamilie. Es gibt hier einige ganz lustige Bräuche, von denen ich kurz berichte:
  • Essen: Es werden Linsen (steht glaub ich für Geld, wenn man sie isst, muss man die Füße vom Boden hochheben) und Schweinefleisch (weil Schweinchen wohl immer nur nach vorne läuft) gegessen. Dazu auch gerne Panetone, diese Art Kuchen im Hintergrund.
  • Kleidung: Dazu hab ich jetzt zwei Versionen gehört. Traditionell zieht man wohl komplett weiß an, damit wird Frieden symbolisiert. In der anderen Version zieht man die Farben an, dessen Bedeutung man sich fürs nächste Jahr erhofft. Auch hier auf keinen Fall schwarz. Ich hatte das Kleid, was mir meine Gastmama zu Weihnachten geschenkt hat, an.
  • Ich weiß noch von einer weiteren Tradition: Am Meer springt man über sieben kleine Wellen ("Pular as sete ondinhas"). Bei jeder Welle wünscht man sich etwas. ich habe auch irgendwas von barquinhos (Schiffchen) gehört, aber das haben wir nicht gemacht.
  • Und -- natürlich -- Feuerwerk, das am besten schon vor Weihnachten anfängt und zwei Tage nach Sylvester aufhört.


Und das war in Torres. Offensichtlich. (Torre (gesprochen: tohi) = Turm)
Ich stehe hier grade auf der Seite von Santa Catarina, dem Nachbarbundesland.

Sooo, das müsste es jetzt sein. Vielleicht könnt ihr mir verzeihen, das ich so lange nix und dann nur einen Titel gepostet habe. Ich Glückskind hab noch Ferien bis zum 19. Februar :D die meiste Zeit davon bin ich wieder mal auf Reisen, diesmal in den Nordosten. Sonntag gehts schon los! Unter Umständen könnte ich es eventuell hinkriegen, noch einen Post vorher zu schreiben, aber wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit ist gering.

Es bricht sich bitte niemand was oder friert sich die Füßchen ab. Dankeschön. Ich wiederhole: wunderschönes 2014 an alle! Eure Alina